Hintergrund
TEMPO 16
Temporäre Zwischennutzung in der Neulerchenfelderstraße 83
Im Zuge der Aktivitäten der GBstern_16 zur Wiederbelebung der Neulerchenfelderstraße ist es gelungen, die Erdgeschoßzone der Liegenschaft Nr. 83 im Zeitraum von Juli 2008 bis zu deren Generalsanierung im September 2009 einer neuartigen Zwischennutzung zuzuführen.
Unter dem gemeinsamen Namen TEMPO 16 arbeiten 4 verschiedene Kultur- und Sozialprojekte in Zusammenarbeit mit der GBstern_16 an ihren Projekten und an der Entwicklung eines neuen Kommunikationsortes für die Nachbarschaft und darüber hinaus. Mit gemeinsamen laufenden Veranstaltungen wie Ausstellungen, Flohmärkten, Nachbarschaftscafés, Lesungen, etc. wird die Aufmerksamkeit auf die bisher leerstehenden Räume gelenkt.
Die ProjektpartnerInnen sind der Verein sinnvoll tätig sein – Preisträger des Innovationswettbewerbes „Ideen gegen Armut“ 2007, ein Netzwerkprojekt für gemeinsame selbstbestimmte Arbeit, das sozial und wirtschaftlich benachteiligte Personen, Erwerbsarbeitslose und allen Personen, die von den Möglichkeiten unserer Arbeitsgesellschaft ausgeschlossen sind, dabei unterstützt, nach eigenen Ideen in Projektteams sinnvolle Tätigkeitsprojekte aufzubauen und durchzuführen.
Weiters der Verein Direkthilfe Roma – Offene Initiative zur Nachbarschaftshilfe – der sich zur Aufgabe gesetzt hat, durch den Verkauf von Sachspenden im Rahmen von Flohmärkten und Kulturveranstaltungen Gelder zur Unterstützung der BewohnerInnen des slowakischen Romadorfes Hostice zu lukrieren.
Das dritte Projekt mit dem Namen ZWISCHENØRT beschäftigt sich mit neuen Wegen der Zwischennutzung von leerstehenden Erdgeschoßlokalen. Durch die temporäre Bespielung mit unterschiedlichen Kunst-, Kultur- und Partizipationsaktionen soll das räumliche Potential der Leerstände sichtbar gemacht werden. Durch dabei entstehende Netzwerke werden neue Optionen der Nutzung ausgelotet.
Als vierte Organisation agiert der Verein ForscherInnen ohne Grenzen als Plattform für AsylwerberInnen und Flüchtlinge mit akademischer Ausbildung und versucht deren prekäre Lebenssituation durch individuelle Betreuung, Organisation von gemeinsamen Aktivitäten, wie z.B. Deutschkonversation oder einem Mentoring-Programm zu verbessern. Ziel ist es, soziale Räume zu schaffen, wo brach liegende Qualifikationen und (Berufs-)Erfahrungen gezeigt und weiterentwickelt werden können. Ein praktischer Gegenentwurf zur öffentlichen - meist negativ geprägten - Asyldebatte und dem gleichzeitig stattfindenden politischen Diskurs über FacharbeiterInnenmangel.
Die vielfältigen Nutzungen dieser Erdgeschoßlokale zeigen, in welche Richtung sich die Zukunft ehemaliger Wiener Geschäftsstraßen entwickeln könnte. Die temporäre Verdichtung der Raumnutzung und des Angebotes für die Bevölkerung soll den Weg im Sinne einer nachhaltigen Aufwertung durch neue Ideen aufzeigen.



